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Warum Selbstfürsorge keine Wellness ist – und wie sie dir wirklich hilft

Selbstfürsorge ist mehr als Wellness. Erfahre, wie du Stress reduzierst, deine Gesundheit stärkst und Vorsorge alltagstauglich machst.

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Vielleicht kennst du das: Du nimmst dir vor, „mehr auf dich zu schauen“ – und landest am Ende doch nur bei einer schnellen Gesichtsmaske am Sonntagabend.

Nett, aber am Montag fühlt sich dein Kalender genauso voll, dein Kopf genauso überladen an.

Genau hier liegt der Unterschied zwischen Wellness und echter Selbstfürsorge.

Selbstfürsorge ist kein gelegentlicher Luxus, sondern eine Haltung dir selbst gegenüber – und sie kann einen messbaren Unterschied für deine seelische und körperliche Gesundheit machen.

Was Selbstfürsorge wirklich bedeutet

Selbstfürsorge wird in der Gesundheitsforschung als Fähigkeit beschrieben, die eigene Gesundheit zu fördern, Krankheiten vorzubeugen und mit Belastungen umzugehen. Sie umfasst körperliche, psychische und soziale Aspekte – also alles, was dazu beiträgt, dass du langfristig handlungsfähig bleibst.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschreibt Selbstfürsorge als aktiven Prozess: Menschen treffen bewusst Entscheidungen, um ihre Gesundheit zu schützen, zum Beispiel durch gesunden Lebensstil, angemessenen Umgang mit Stress oder informierte Nutzung von Gesundheitsleistungen.

Das hat wenig mit Selbstoptimierungsdruck zu tun und viel mit einer respektvollen Haltung dir selbst gegenüber.

Wellness vs. Selbstfürsorge: der entscheidende Unterschied

Wellness-Angebote wie Spa, Massagen oder Retreats fühlen sich oft sofort gut an – sie sind kurzfristige Erholung. Selbstfürsorge dagegen ist auf Nachhaltigkeit angelegt und braucht Regelmäßigkeit.

Typische Unterschiede:

Bereich

Wellness

Echte Selbstfürsorge

Zeithorizont

Einmalig oder gelegentlich

Wiederkehrende Routinen im Alltag

Ziel

Kurzfristige Entspannung

Langfristige Gesundheit und Stresskompetenz

Fokus

Verwöhnung von außen

Aktive Entscheidungen von dir selbst

Wirkung

Erholung, die schnell abklingen kann

Aufbau von Resilienz und gesunden Gewohnheiten

Wellness kann ein Teil von Selbstfürsorge sein – aber erst, wenn du sie in ein größeres, bewusstes Gesundheitsverhalten einbettest.

Warum Selbstfürsorge deine Gesundheit schützt

Stress, Gesundheit und dein Alltag

Chronischer Stress kann Schlaf, Immunsystem, Herz-Kreislauf und psychische Gesundheit beeinträchtigen.

Studien zeigen, dass ein bewusster Umgang mit Stress – etwa über Bewegung, Entspannung oder soziale Unterstützung – das Wohlbefinden verbessern kann. Selbstfürsorge wirkt wie ein Schutzfaktor: Sie hilft dir, Belastungen früher zu erkennen und rechtzeitig gegenzusteuern, bevor aus „nur müde“ ein ausgeprägtes Erschöpfungssyndrom wird.

Resilienz: innere Widerstandskraft trainieren

Resilienz beschreibt die Fähigkeit, trotz Krisen psychisch stabil zu bleiben. In europäischen Studien zeigt sich: Menschen mit höherer Resilienz und Optimismus kommen mit Belastungen besser zurecht und berichten seltener über stark eingeschränktes Wohlbefinden.

Selbstfürsorge stärkt diese Widerstandskraft – zum Beispiel, indem du realistische Prioritäten setzt, soziale Kontakte pflegst und Strategien zum Umgang mit Stress lernst.

Selbstfürsorge und Gesundheitsvorsorge: mehr als „einmal im Jahr zum Arzt“

Selbstfürsorge schließt auch deine Bereitschaft ein, Vorsorge-Angebote zu nutzen – von Blutdruckkontrolle bis Vorsorgeuntersuchungen. Gleichzeitig beginnt Vorsorge nicht erst in der Ordination. Dazu gehören zum Beispiel regelmäßige Bewegung im Alltag, ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf, bewusster Umgang mit Alkohol und Nikotin und frühzeitig Hilfe zu suchen, wenn sich psychische Belastungen verstärken.

Digitale und zu Hause durchführbare Gesundheitsangebote können diese Vorsorge ergänzen – etwa unsere Zuhause-Tests, die dir helfen, deine Werte besser zu verstehen und bei Auffälligkeiten mit Fachpersonen zu sprechen. Sie ersetzen keine ärztliche Diagnose, können aber ein Anstoß sein, deine Gesundheit ernst zu nehmen – ganz im Sinne von „There is no Body B“.

Die häufigsten Mythen über Selbstfürsorge

„Selbstfürsorge ist egoistisch“

Fakt ist: Menschen, die gut auf sich achten, haben langfristig mehr Energie für andere und treffen stabilere Entscheidungen. Selbstfürsorge bedeutet nicht, alle anderen auszublenden – sondern deine eigenen Bedürfnisse mit zu berücksichtigen.

„Dafür habe ich keine Zeit“

Viele evidenzbasierte Maßnahmen zur Stressreduktion brauchen eher Regelmäßigkeit als große Zeitfenster. Schon kurze, wiederkehrende Pausen, kleine Bewegungseinheiten oder feste Schlafenszeiten können einen Unterschied machen.

„Wenn ich stark genug wäre, würde ich das alleine schaffen“

Belastungen gehören zum Leben – aber du musst sie nicht allein tragen. Leitlinien betonen, wie wichtig es ist, bei anhaltendem Leidensdruck professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen und vorhandene Unterstützungsangebote zu nutzen. Das ist ein Zeichen von Verantwortung, nicht von Schwäche.

Praktische Selbstfürsorge im Alltag – ohne Wellness-Budget

1. Deinen Alltag entstressen

Kleine, evidenzbasierte Veränderungen können helfen, Stress besser zu regulieren. Dazu gehören zum Beispiel kurze Bewegungseinheiten, handy-freie Zeiten, realistische To-do-Listen und Mikro-Pausen zwischen Terminen. Regelmäßige körperliche Aktivität ist eines der wirksamsten Alltagswerkzeuge gegen stressbezogene Symptome.

2. Schlaf als Basis deiner Selbstfürsorge

Schlafqualität ist eng mit psychischer und körperlicher Gesundheit verbunden. Empfohlen werden unter anderem eine konstante Schlafenszeit, wenig Bildschirmlicht davor und eine ruhige Umgebung.

Versuche, Schlaf nicht als „verhandelbar“ zu sehen, sondern als Grundpfeiler deiner Selbstfürsorge.

3. Mentale Gesundheit ernst nehmen

Selbstfürsorge heißt auch, deine Gedanken und Gefühle wahrzunehmen, statt sie wegzudrücken. Internationale Empfehlungen betonen, dass Strategien wie Achtsamkeit, Entspannungsübungen, soziale Unterstützung und strukturierte Tagesabläufe das mentale Wohlbefinden stärken können.

Merke dir: Wenn dich belastende Gefühle über längere Zeit einschränken, ist es sinnvoll, mit Hausärztin/Hausarzt oder psychologischen Fachpersonen zu sprechen.

4. Vorsorge – nicht erst „wenn etwas ist“

Viele Menschen nutzen Vorsorgeangebote erst, wenn bereits Beschwerden auftreten. Selbstfürsorge kann bedeuten, dir aktiv Termine für Check-ups einzutragen, Fragen vorzubereiten und deine Werte im Blick zu behalten.

Regelmäßige Gesundheitschecks können dir helfen, einen ersten Überblick zu bekommen und Unklarheiten gezielter mit Fachpersonen zu besprechen.

„There is no Body B“: Warum dein Körper mehr braucht als Wellness

Du hast nur diesen einen Körper – und der ist keine Ressource, die unbegrenzt funktioniert, egal wie viel du ihm abverlangst. Das Mavie-Leitmotiv „There is no Body B“ bringt auf den Punkt, warum echte Selbstfürsorge kein Nice-to-have ist, sondern eine Investition in deine Zukunft.

Gesundheitsbehörden betonen, wie wichtig es ist, Gesundheitskompetenz aufzubauen, Stress frühzeitig wahrzunehmen und die eigenen Ressourcen zu stärken. Selbstfürsorge heißt, diese Verantwortung Schritt für Schritt zu übernehmen – in einem Tempo, das zu dir passt.

So kannst du heute beginnen – drei einfache Schritte

  1. Status-Check: Nimm dir fünf Minuten und schreibe auf, was dich aktuell am meisten stresst und was dir Energie gibt.

  2. Eine konkrete Veränderung: Wähle eine kleine, realistische Anpassung für die nächste Woche, zum Beispiel 10 Minuten Bewegung am Tag oder ein fixer Schlafenszeitpunkt.

  3. Gesundheit aktiv im Blick: Überlege, welche Vorsorge-Termine oder einfachen Checks du in den nächsten Monaten angehen möchtest und notiere dir konkrete Termine.

Quellen:

  • World Health Organization. (2020). Self-care for health and well-being. WHO Health Topics. Verfügbar unter: https://www.who.int/health-topics/self-care

  • Lee, S. (2023). Exploring the role of resilience and optimism during the COVID-19 pandemic in older European adults. International Journal of Environmental Research and Public Health, 20(3), 1939. Verfügbar unter: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9892883/

  • National Institute of Mental Health. (2023). Caring for Your Mental Health. NIMH, U.S. Department of Health and Human Services. Verfügbar unter: https://www.nimh.nih.gov/health/topics/caring-for-your-mental-health

  • World Health Organization Regional Office for Europe. (2021). European Framework for Action on Mental Health 2021–2025. WHO Europe. Verfügbar unter: https://eusuhm.org/media/who_mental_health_action_2021-2025.pdf

  • de la Torre-Luque, A., et al. (2023). Mental health promotion during COVID-19: applications from self-care resources, lifestyles, and environments. Frontiers in Public Health, 11, 1184161. Verfügbar unter: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10267441/

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